· 

kubus-personality: über den Umgang mit Entäuschungen

Enttäuschung

Der häufigste Coachinganlass sind Unzufriedenheit und Enttäuschungen.
Was diese verursacht und wie ich damit umgehen kann - mehr dazu in diesem Blog!

Vor kurzem habe ich wieder die komplette Breitseite einer Enttäuschung erlebt. Sie auch ? Willkommen im Club!

Die Frage, die sich mir als Coach stellt ist: "Wie gehe ich mit einer Enttäuschung um, damit sie nicht zum Dauerzustand wird?" Oder noch besser: "Was kann ich aus einer solchen Enttäuschung mitnehmen, vielleicht sogar lernen, um zukünftige Erlebnisse dieser Art zu vermeiden?"

 

Hm... Enttäuschungen vermeiden? Das ist wahrscheinlich ein DIng der Unmöglichkeit. Aber ich kann meine Einstellung durch mein Selbstmanagement steuern, und dadurch lernen gewisse Enttäuschungen zu vermeiden, bzw. falls doch geschehen, anders damit umzugehen.

 

Ich zumindest, hab bei Mountainbiketouren immer Werkzeug und Ersatzschlauch dabei :-)


Die Quelle der Enttäuschung

Wenn der Erfolg ausbleibt, ist das für uns ein Misserfolg.

Die Quelle der Enttäuschung

Etwas hat nicht so geklappt, wie wir es uns vorgestellt oder erwünscht haben.

 

Aus einem eben noch recht zufriedenen Menschen, wird ein Unzufriedener. Von unserer Persönlickeit hängt ab was folgt:

Gefrustet, traurig, vielleicht wütend, am Boden zerstört oder voller Kampfeswille und "Weitermachen"

 

Aus Täuschung wird Enttäuschung?  Moment mal, wirklich?

Was für eine Täuschung soll das gewesen sein?

Eben war ich doch noch zufrieden und nicht getäuscht?


  • Das lang geplante Klassentreffen, zudem nur 5 Leute erschienen sind?
  • Der Vertriebler, der den sicher geglaubten Auftrag an die Konkurrenz verloren hat.
  • Die Ehefrau die enttäuscht ist, weil der Mann den Hochzeitstag vergessen hat?
  • Der Heimwerker, der gefrustet vor dem viel zu kurz abgeschnittenenen Brett für sein Regal sitzt?
  • Der Schüler, der - trotz Lernen - nur eine VIER geschrieben hat (und dringend eine ZWEI gebraucht hätte...)
  • Der Frust am Kleiderschrank, wenn man feststellt, dass die Größe vom letzten Jahr doch nicht mehr passt.

An dieser Stelle dürfen Sie die Liste gerne beliebig mit eigenen Enttäuschungen verlängern...

 


Fragen zur Selbstreflexion

Welche Enttäuschungen belasten dich?

Wie gehst du mit Enttäuschungen um?

Was würdest du gerne verändern?


Schuldzuweisungen

Bei den ersten drei Beispielen kann man die Schuld leicht bei den anderen suchen. Und ja, vielleicht haben die uns ja sogar getäuscht. Haben gesagt, sie kommen, oder sie vergessen es nicht. Aber wo ist denn die Täuschung und der Schuldige bei den letzten drei Beispielen? Ich doch nicht? Als Täuscher? Manchmal geben wir uns nur allzu bereitwillig selbst die Schuld. Mehr dazu beim Inneren Dialog.

Der Täuscher sitzt in uns! Ja, tatsächlich.
Es sind oftmals die selbstgesteckten Ziele (ich schreibe bestimmt eine Zwei in Mathe...) und immer sind es unsere Erwartungen, die uns täuschen!

Die Erwartung an uns selbst, dass wir es schaffen, dass wir Höchstleistungen vollbringen können.

Die Erwartung an die anderen, dass sie uns nicht enttäuschen.



An welchen Zielen und Erwartungen hast du zu knabbern?


Innerer Dialog

Der innere Dialog ist das Selbstgespräch, welches in verschiedensten Situationen in uns abläuft. Nein, ich rede nicht von Halluzinationen oder sonstigen Wahnvorstellungen, sondern von den alltäglichen Gedanken, die uns mehr oder weniger bewusst erscheinen. Vom "soll ich - oder soll ich nicht?" HIer ein paar Beispiele...

 

Wenn ich erfolgreich war:

Ja, ich bin der Held! Gut gemacht! Wow! ich wusste ich kann es! (Stolzgeschwellte Brust, breites Grinsen im Gesicht) Mama kuck mal! Da werden die anderen aber schauen! Und so schnell, und so perfekt...YEAH!

 

Und genau hier liegt der Hase im Pfeffer: Wir, als halbwegs erwachsene Menschen, finden es absolut nicht mehr angebracht - ja geradezu unangemessen, mit "Mama, kuck mal" nach Anerkennung zu buhlen. Eigenlob stinkt angeblich!

Stattdessen verhalten wir uns altersgerecht und erwachsen, und kritisieren und wiegeln ab. Auf Lob vom Kollegen reagieren viele Menschen so::

"Kein Ding", "Naja, so toll war das jetzt auch nicht.", "das hättest du genau so geschafft", "ist ja keine Raketentechnik..."

Wir lehnen die erhaltene Anerkennung ab, und machen unsere Leistung vor unserem Geist noch klein!

#ressourcenarbeit


Wenn der andere die Schuld hat

Es gibt Menschen, die fackeln da nicht lange. Die sagen knallhart und gerade raus, was sie von dem Schuldigen halten. Verwandeln Enttäuschung in einen Wutausbruch und hinterlassen entweder eine geklärte Situation, oder ein Schlachtfeld... (Mehr zum Thema Impulskontrolle in einem meiner nächsten Blogs)           Bleiben wir bei der Enttäuschung.

Typische Gedanken, die bei einer Enttäuschung durch andere ins Hirn kommen könnten:

"War ja klar" ( dass der das vergisst, dass der unpünktlich ist...)

"Typisch (Chef/Azubi, Mann/Frau/Divers, Blond/Grau/ etc...)

"War von der Abteilung ( oder vom Management/der Politik, dem Fussballtrainer) ja auch nicht anders zu erwarten..."

 

oder auch:

  • War ja klar, ich hätte es wissen müssen.
  • Warum verlasse ich mich immer auf die anderen, wenn ich doch weiss, dass es im Desaster endet?
  • Wieso passiert ausgerechnet immer mir sowas?
  • Meine Pechsträhne endet wohl nie?!
  • Danke auch, mit mir kann man es ja machen...

(Sehen Sie, wir machen uns auch hier schon wieder klein, obwohl doch offensichtlich jemand anderes schuld war?!)

Nonverbal bringt dies im Übrigen auch unsere Körpersprache zum Ausdruck, wenn wir mit hängenden Schultern und gesenktem Haupt durch´s Leben schlurfen.

Wenn ich die Schuld habe

Die harmloseren Botschaften an mich selbst, haben Sie vielleicht eben schon gelesen.

  • War ja klar, ich hätte es wissen müssen.
  • Wieso passiert ausgerechnet immer mir sowas?
  • Meine Pechsträhne endet wohl nie?!
  • Ich habe halt zwei linke Hände...
  • Wie bin ich eigentlich auf die bescheuerte Idee gekommen, daß ich das schaffen kann? (in der viel zu knappen Zeit) oder (ohne das richtige Werkzeig/ ohne die richtige Unterstützung)

Ich persönlich habe eine ganze Zeit dazu geneigt, mich selbst zu beschimpfen: Von der Schraube abgerutscht und Akkuschrauber in die Wand gerammt ? --> Bukor, du Idiot!

Mit dem Küchenmesser den Finger tranchiert? --> Bukor, du Versager, nicht mal die Basics hast du drauf.

Beim Wandern umgeknickt?--> Geschieht dir recht, zu doof zum laufen.

Eines Tages habe ich mich dabei beobachtet, wie ich mich mal wieder selber kleinmache und beschlossen, diesem internen Saboteur die rote Karte zu zeigen und zum Schweigen zu bringen. Stattdessen versuche ich darüber zu lachen!

Was mir hilft: "Immerhin hast du es versucht!"

"Aus Fehlern wird man klug-beim nächsten Mal wird´s besser"

"Wenn ich das schaffe, dann...bin ich der Held!"



Frage: Wie gehst du mit Erfolgen um ?


Frage: Wie gehst du mit Misserfolgen um?


Frage: Wie siehst es bei dir mit Sabotage aus?


Wir alle wissen, dass es nicht zum guten Ton gehört, mit dem ausgestreckten Zeigefinger Schuldzuweisungen und Belehrungen zu verteilen.

Wenn der  Kollege, der Partner, der Chef, oder gar ein wildfremder Mensch uns "anschnauzt" dann gefällt uns das nicht. Und dennoch tun wir dies im inneren Dialog mit uns selbst leider allzuoft. Wir machen uns klein. Machen uns zum Opfer unserer eigenen Unfähigkeit, oder der Unzuverlässigkeit unserer Mitmenschen.

Sprich: Wir fühlen uns schlecht.

Und wenn Sie zu der Fraktion der knallharten Nichtlangefackeln Typen gehören, dann wäre es möglich, dass Sie vielleicht im Nachgang Reue zeigen, weil Sie aus lauter Enttäuschung verbal um sich geschlagen haben... Ein guter Teamleiter entschuldigt sich dann bei seinem Mitarbeiter. Oder eben auch nicht!

 

Was dann erwächst ist ein Klima der Enttäuschung, wie ich es schon in vielen Gesprächen gehört habe:

"Meine Schüler sind einfach zu doof, die raffen das nicht. "

"Mein Team besteht aus einem Haufen unfähigen Mitarbeitern und low performern"

oder

"die da oben, die machen mit uns eh was sie wollen"

Die da oben. Das heisst im Umkehrschluss: wir kleinen, hilflosen Opfer da unten.

Und ohne, dass es jemand konkret ausgesprochen hat, machen wir uns klein und unwichtig.

Da ist sie wieder die Quelle der Entäuschung: Misserfolg und Unzufriedenheit.

Kennen Sie solche Menschen?

Die, die aus ihren Niederlagen in einen Zustand der dauerhaften Enttäuschung gefallen sind? Die, die von sich und ihrem Schicksal in der "man" Sprache erzählen? "Man hat ja keine andere Wahl" oder "Man hat ja gegen die da oben sowieso keine Chance..."

Hier will ich nicht alle Menschen über einen Kamm scheren:

Es ist durchaus ein Unterschied, ob jemand an einer Depression erkrankt ist, oder ob jemand "nur" von seinem Arbeitsplatz enttäuscht ist und stets jammert.

 

In letzterem Fall kann ein Coaching helfen, an der EInstellung - also am sogenannten Mindset zu arbeiten. Es ist dann hilfreich die eigene Situation zu reflektieren und den Umgang mit Enttäuschungen zu verändern.

Natürlich gibt es auch die andere Seite!

Eine Niederlage oder ein Fehler, ein Misserfolg oder eine Krise müssen nicht zwangsläufig in einen Abwärtsstrudel führen.

Die Rede ist von Menschen, die aus einer enttäuschenden Situation neue Kraft schöpfen und aktiv an der Veränderung der Situation arbeiten. Die, die aufstehen, (Krönchen richten) und weitermachen!  Unsere Einstellung im Kopf entscheidet darüber, ob wir derartige Situationen als "massive Krise" bewerten, oder ob wir keine große Sache daraus machen und aktiv dranbleiben!


Frage: Wie sieht deine Art der Kommunikation aus?

Frage: In welcher Rolle findest du dich wieder?


Wir Menschen sind alle individuell und unterschiedlich im Umgang mit Erfolg und Misserfolg, mit Zufriedenheit und Unzufriedenheit, manche sind äusserst glücklich und manche sind enorm enttäuscht.

Meine Einstellung und mein Selbstmanagement sind dafür verantwortlich, wie ich mit Enttäuschungen umgehe!

Wie ich Ereignisse, Erfolge und Misserfolge bewerte, wie ich die Kritiker und Saboteure im Kopf erkenne und sie FÜR, statt GEGEN MICH arbeiten lasse!

 

Deiner eigenen Lösung kannst du vielleicht bereits mit der Beantwortung der Fragen einen Schritt näher kommen. 

Für die weiteren Schritte stehe ich dir gerne im persönlichen Gespräch (auch online!) zur Seite.

Im Coaching können wir gemeinsam an deinem persönlichen Persönlichkeitsentwicklungs-Plan arbeiten.

 

Peter Bukor

www.kubus-personality.de

© 2020 kubus-personality

BIlder von www.pixabay.com (Lizenzfrei cc0)

'persönlichkeitsentwicklung personalentwicklung inneresteam kommunikation innererdialog einstellung mindset coaching